Elizabeth und Ahmad führen eine Mentoring-Beziehung. Sie sehen sich einmal in der Woche – allerdings nicht im Café oder im Park, sondern über den Bildschirm. Ahmad kommt aus Syrien und lebt nun in Deutschland. Sie tauschen sich über seine beruflichen Ziele aus . Ihre Erfahrungen teilten sie mit Volunteer Vision und zeigten, digitale Mentoring-Beziehungen können funktionieren.

Egal ob digital oder analog: Unter Mentoring versteht man eine zeitlich stabile Beziehung zwischen einem (berufs-)erfahrenen Mentor und einem weniger erfahrenen Mentee. Sie ist durch gegenseitiges Vertrauen und Wohlwollen geprägt und das Ziel ist es, die Mentees zu fördern und bei ihrer Entwicklung zu unterstützen. Beim digitalen Mentoring ist ein großer Vorteil, dass es mehr Menschen erreicht. Ortsunabhängigkeit und zeitliche Flexibilität führen dazu, dass auch für jeden Mentee oder Mentor ein geeigneter Partner gefunden werden kann. Durch Algorithmen soll außerdem garantiert werden, dass das Matching effizienter, objektiver und somit passgenauer geschieht. Bei Elizabeth und Ahmad hat es funktioniert. Aber inwiefern kann das notwendige Vertrauen auch bei anderen Mentoring-Paaren über eine digitale Kommunikation hergestellt werden?

Bei unserer Zusammenarbeit mit Volunteer Vision haben wir bereits ein Online-Mentoring-Programm für Geflüchtete getestet. Das Münchner Start-Up setzt sich dafür ein, dass Mitarbeiter von Unternehmen sich als Online-Mentoren engagieren und andere bezüglich Beruf, Ausbildung und Sprache unterstützen. Doch bei unserer Kernzielgruppe, den Schülern und Studierenden, sind wir überzeugt, dass der persönliche Kontakt auch außerhalb des Bildschirms unabdingbar für ein grundlegendes Vertrauensverhältnis ist. Besonders wichtig ist es uns auch, dass die Mentoring-Paare Vielfalt erleben, indem sie Einblicke in andere Lebenswelten bekommen. Trotzdem sind wir offen gegenüber der Einbindung digitaler Hilfsmittel. Daher bieten wir E-Learning, Newsletter und zusätzliche Mentoring-Gespräche über Skype an. Je nach Mentoring-Programm ist sicherlich ein Methodenmix sinnvoll.

Egal, ob digital oder face-to-face, Erfahrungen kann man nicht im Zeitraffer machen, weshalb es umso wertvoller ist, von den Erfahrungen seines Mentors profitieren zu können. John Maxwell, Buchautor und Coach, sagte dazu: „Wenn du schnell sein willst, geh‘ deinen Weg alleine. Wenn du weit kommen willst, nimm andere mit.“