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RYL!-News _

Und wer vertritt mich? [07.03.2018]

„Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages […] sind Vertreter des ganzen Volkes.“ So steht es in Artikel 38 Grundgesetz. Wie die Süddeutsche Zeitung kürzlich herausfand, sind aber einige Bevölkerungsgruppen im Parlament nur sehr gering vertreten.

Nun stellt sich die Frage, inwieweit sollte das Parlament überhaupt die ganze Bevölkerung repräsentieren? Kann nicht auch ein Mann für die Rechte der Frau eintreten und ein Heterosexueller für die Belange der Homosexuellen? Die Antwort ist klar: Ja, er kann, er muss aber nicht. Schließlich betreffen ihn die Entscheidungen für oder gegen eine andere Bevölkerungsgruppe nicht direkt. Wie wirksam vertritt der Bundestag also die Interessen jener Gruppen, die sich dort nur vereinzelt wiederfinden?

Im Hinblick auf das Thema Bildungsgerechtigkeit schneidet Deutschland regelmäßig mittelmäßig bis schlecht ab. Schulischer Erfolg und ein gelungener Übergang in das Berufsleben hängen noch stark von der sozialen und wirtschaftlichen Situation des Elternhauses ab. Ein Grund dafür könnte die angesprochene Abgeordnetensituation sein. Denn besonders groß ist die Differenz der Parlamentarier zur Gesamtbevölkerung im Bereich Bildung. Nur neun von 709 Volksvertreter haben einen Haupt- oder Volksschulabschluss. In der deutschen Bevölkerung sind es jedoch 35,7 Prozent und damit mehr als ein Drittel. Ein Grund dafür ist das Rekrutierungssystem der Parteien: Im Wettbewerb um Positionen und Wählerstimmen setzen sich eher die Höhergebildeten und Besserverdienenden durch. Inwieweit kann sich diese Situation nun ändern? Nach Thomas Saalfeld, Politikwissenschaftler an der Uni Bamberg, können im aktuellen System nur die Parteien selbst diese Diversität herstellen.

Es bleibt also spannend, vor allem auch im Hinblick auf die neue Regierung. Im Koalitionsvertrag hat sie Veränderungen in der Bildungspolitik mit Ausgaben im zweistelligen Milliardenbetrag angedacht. Unabhängig von dieser Umsetzung verfolgt ROCK YOUR LIFE! weiterhin das Ziel mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu schaffen. Mit unserem Mentoring-Programm und dem großen Netzwerk aus Ehrenamtlichen werden wir fortlaufend benachteiligte Jugendliche unterstützen, ihr Potential zu entfalten und selbstbewusst den Weg in ihre Zukunft zu beschreiten.

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Grüezi aus der Schweiz [27.02.2018]

ROCK YOUR LIFE! Schweiz bekommt ab März zwei neue Gesichter: Lilian Weber und Melanie Rolli werden Co-Geschäftsführerinnen und übernehmen die Posten von Anna und Helena. Diese beiden waren Rocker der ersten Stunde – vor fünf Jahren hatte ein Artikel im Magazin „GEO Wissen“ sie dazu motiviert, ROCK YOUR LIFE! in die Alpenrepublik zu bringen. Das Engagement für Bildungsgerechtigkeit in der Schweiz hat sich ausgezahlt: Knapp 400 Mentoring-Beziehungen haben die Schweizer seit 2014 an insgesamt sieben Standorten gestartet.

Von fast 100 Bewerbern auf die beiden Geschäftsführer-Stellen haben sich Lilian und Melanie als Top-Kandidaten zur Fortführung dieser Erfolgsgeschichte herausgestellt. Lilian studierte Jura und konnte bereits einige Jahre Erfahrung bei sozialen Projekten und in einer Stiftung sammeln. An ROCK YOUR LIFE! gefällt ihr besonders der ganzheitliche Ansatz, bei dem nicht nur die Schüler, sondern alle Beteiligten profitieren. Melanie kommt aus der Wirtschaft und arbeitete bisher vor allem im Bereich Beratung und Projektmanagement. Über ihre neue Stelle sagt sie: „Mich reizt besonders die Verbindung von unternehmerischem Denken und Handeln mit sozialem Engagement.“ Wir danken Anna und Helena ganz herzlich für ihr Engagement und wünschen den Lilian und Melanie viel Erfolg für ihre neue Aufgabe!

In enger Zusammenarbeit mit der deutschen gGmbH wurde 2013 die Schweizer ROCK YOUR LIFE! GmbH gegründet. Regelmäßig tauschen sich beide Geschäftsführungen aus, zweimal im Jahr treffen sie sich persönlich. Die gGmbH hat einen Sitz im Schweizer Beirat und ist Gesellschafterin. Zudem werden die Schweizer Trainer gemeinsam mit den Deutschen auf der Praterinsel ausgebildet.

Helena und Anna übergeben das Zepter an Melanie und Lillian (v.r.n.l.)

Helena und Anna übergeben das Zepter an Melanie und Lilian (v.l.n.r.)

Zu dritt sind wir stark: Mentoring-Paare treffen auf ihre Airbus-Mentoren [20.02.2018]

Viele Schüler, Studierende und Airbus-Mitarbeiter sitzen verstreut in einem großen Hörsaal. Ihre Blicke richten sich gespannt und erwartungsvoll auf die ROCK YOUR LIFE! Trainerin vorne am Rednerpult. Sie ruft alle Mentees, studierende Mentoren und Airbus-Mentoren zu sich und verteilt Papierbögen. Gleich darauf versuchen alle möglichst schnell neue Menschen anzusprechen, um das Spiel „Kennenlern-Bingo“ zu gewinnen. Das muntere Treiben wird lauter und energischer, bis schließlich einer ruft: „Bingo!“

Beim Kickoff-Event der Airbus Foundation, der Flying Challenge, trafen die bereits bestehenden ROCK YOUR LIFE! Mentoring-Paare in Hamburg zum ersten Mal auf ihre Airbus-Mentoren. Diese werden sie für die nächsten sechs Monate in einer „Tridem“-Beziehung begleiten. „Unsere Mentoring-Beziehung läuft super, wir verstehen uns gut und auch unsere Mentorin von Airbus, die wir heute kennengelernt haben, ist total nett“, erzählt eine Mentee freudig. Das erste Treffen zu dritt haben sie sogar schon für diese Woche geplant. So berichtet die studierende Mentorin: „Unsere Airbus-Mentorin hat uns zum Yoga eingeladen. Das haben wir beide noch nicht ausprobiert und schnuppern nun mal rein. Darüber hinaus haben wir uns auch verabredet, um Waffeln zu backen. Wir wollen testen, wie unterschiedlich iranische und deutsche Waffeln schmecken.“

Neben dem Kennenlernen ihrer Airbus-Mentoren konnten die Schüler und Studierende auch hinter die Kulissen bei Airbus blicken und auf ein paar Ansprechpartner im Unternehmen treffen. Den ersten Einblick hat die Mentee sehr genossen: „Ich finde es toll, zu verstehen, wie man ein Flugzeug baut. Ich bin ja vorher nur in ein Flugzeug ein- und wieder ausgestiegen. Hier kann ich lernen, was eigentlich alles dahintersteckt.“ Für ihre studentische Mentorin war das Networking im Hinblick auf die Zeit nach dem Studium sehr wertvoll. Beide blicken voller Erwartungen auf die sechs Monate zu dritt: „Wir möchten von unserer Airbus-Mentorin allen voran auch erfahren, wie es ist, nach der Schule beziehungsweise nach dem Studium in den Beruf zu starten. Unser Ziel ist, dass wir drei viel voneinander lernen.“

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Mentoring-Paar-Betreuung – So gelingt wirksames Mentoring [07.02.2018]

Mentoring-Programme können sowohl Mentee als auch Mentor die Möglichkeit bieten, über sich hinauszuwachsen. Doch welche Faktoren müssen gegeben sein, damit Mentoring wirksam ist? In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Studium und Praxis der Sozialpädagogik, „Unsere Jugend“, wird am Beispiel von ROCK YOUR LIFE! beschrieben, welche Faktoren wirksamen Mentorings es in der Praxis bedarf. Der Artikel wurde in Zusammenarbeit mit den drei ROCK YOUR LIFE! Vereinsvertretern Markus Weymann, Cindy Wedemann und Valentin Wider und Eva von der gGmbH (Leitung Qualitätsentwicklung und Evaluation) verfasst. Grundlage für den Beitrag waren unter anderem die drei Abschlussarbeiten der Rocker zum Thema wirksames Mentoring. So zeigen die Ergebnisse der Arbeiten zum Beispiel, dass sich Mentee und Mentor gegenseitig unterstützen und vertrauen sollten. Beide Seiten können vor allem dann Vertrauen fassen und eine stabile Verbindung aufbauen, wenn sie sich regelmäßig treffen. Des Weiteren wird die Erfolgswahrscheinlichkeit der Tandems durch eine einheitliche Betreuung insgesamt gesteigert. Bei ROCK YOUR LIFE! möchten wir mit Mentoring-Paar-Koordinatoren (MPK) unseren Mentoring-Paaren eine Ansprechperson für die gemeinsame Zeit an die Hand geben. Gerade im ehrenamtlichen Kontext spielt die Auswahl wie auch die Aus- und Weiterbildung der MPK eine wichtige Rolle. Mit unserer MPK-Schulung versuchen wir daher, eine einheitliche Betreuungsqualität unserer Tandems zu gewährleisten. Zusätzlich bereiten speziell ausgebildete Trainer die MPK auf ihre Aufgabenbereiche an den Standorten vor. Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Arbeit der Betreuer zu erleichtern. Dies schaffen wir mit unserer eigens entwickelten TOOLBOX Betreuung. Unsere Segel sind also schon gesetzt und der Kurs zeigt Richtung Wirksamkeit. Danke an Eva, Markus, Cindy und Valentin für die spannenden Erkenntnisse.

Franchising? Ja bitte, aber dann social! [30.01.2018]

Franchise-Systeme wie jene von McDonalds, Hagebaumarkt oder Bodystreet funktionieren – zum Teil sogar weltweit. Aber nicht nur kommerzielle Unternehmen, sondern auch gemeinnützige Organisationen wie wir von ROCK YOUR LIFE! können unser Konzept durch Franchising vervielfältigen. Um uns regelmäßig und erfolgreich mit anderen Franchise-Unternehmen auszutauschen, sind wir seit kurzem Mitglied im Deutschen Franchiseverband (DFV). Besonders spannend ist, dass der DFV vor allem das Social Franchising fördern will und in dem Zuge eine Fokusgruppe zu diesem Thema ins Leben gerufen hat.

Ein erstes Treffen der Fokusgruppe, zu der auch ROCK YOUR LIFE! gehört, fand im Dezember 2017 statt. Unsere Geschäftsführer Max und Alisa erarbeiteten mit den anderen Teilnehmern eine Definition für Social Franchising innerhalb des Verbandes und gemeinsam setzen sie sich das Ziel, weitere Social-Franchise-Unternehmen im DFV zusammen zu bringen. Um die Unternehmen zu stärken, sollen künftig junge Franchise-Geber aus dem sozialen Sektor mithilfe eines Mentoren-Modells begleitet werden. ROCK YOUR LIFE! Geschäftsführer Max ist zuversichtlich: „Wir freuen uns, nun Mitglied im DFV zu sein und sind gespannt auf die Kontakte, den Austausch und mögliche Unterstützung von Seiten des DFV und den anderen Mitgliedern.“

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