Vor einigen Wochen hatte ich, Gabriela Leiterin der Kommunikation bei ROCK YOUR LIFE!, bereits von meinem ersten Training als ROCK YOUR LIFE! Mentorin und der Begegnung mit meiner Mentee berichtet. Das war jedoch nur der erste Schritt und der Anfang von etwas ganz Neuem.

An einen Freitagnachmittag nach meiner Arbeit hatten sich Lisa* und ich verabredet. Es sollte unser erstes Treffen nach dem Kennenlernen im ersten Training sein. In diesem Training hatten wir auch Grundregeln der Mentoring-Beziehung festgelegt. Besonders hitzig wurde dabei die Grundregel zum Thema Pünktlichkeit diskutiert. Sind fünf Minuten Verspätung noch in Ordnung und wann muss ich mich melden, dass ich später komme? Nicht allen Mentees und Mentoren schien Pünktlichkeit wichtig zu sein. Dementsprechend gespannt war ich, ob Lisa pünktlich sein würde. Tatsächlich staunte ich nicht schlecht, als ich – fünf Minuten zu spät – am Treffpunkt eintraf und Lisa schon wartete. Das sorgte gleich für den ersten Lacher und das Eis war gebrochen.

Während wir durch die Stadt schlenderten, um ein schönes Café zu suchen, stellte mir Lisa viele Fragen: Was arbeitest du noch mal? Wohnst du eigentlich alleine? Hast du einen Freund? Welche Musik hörst du gerne? Es schien, als würden alle Fragen, die sie beim vergangenen Training nicht stellen konnte, jetzt aus ihr heraussprudeln. Brav beantwortete ich also ihre vielen Fragen und freute mich irgendwie darüber, dass sie offen und gesprächig war. Damit war meine Sorge, wir könnten uns erst einmal nur anschweigen, wie weggeblasen.

Im Café angekommen konnte ich auch endlich zu Wort kommen und fragte sie nach ihrem Wochenende – beim Training hatte sie mir erzählt, dass sie da auf eine tolle Party eingeladen sei. Es freute sie sichtlich, dass ich mir das gemerkt hatte und so berichtete sie von ihrem Abend, ihrer besten Freundin, der guten Musik und wie lange sie durchgetanzt hatte. Nach einiger Zeit des Plauderns lenkte ich unser Gespräch jedoch auf unsere Ziele in der Mentoring-Beziehung. Mir war es zwar wichtig, dass wir uns gut verstanden und Spaß hatten, um eine gute Grundlage für unsere gemeinsame Zeit zu schaffen. Aber dank des Trainings war mir auch klar, dass ich als Mentorin nicht nur Freundin zum Kaffeeklatsch bin, sondern mit Lisa an ihren Zielen arbeiten möchte. Diese sind ihr Deutsch zu verbessern, um einen wichtigen Test im Juni zu bestehen und einen passenden Ausbildungsplatz zu finden.

Als wir über die Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse sprachen, wurde mir jedoch schnell klar, dass es gar nicht so einfach ist, ihr dabei direkt zu helfen. Natürlich kann ich sie unterstützen, indem wir viel miteinander sprechen und über WhatsApp schreiben. Aber sollte das ausreichen? Ich war mir sicher, da war noch mehr möglich. So vereinbarte ich mit ihr, dass wir uns regelmäßig treffen, um die Deutschhausaufgaben gemeinsam zu erledigen. Im Gegensatz dazu gestaltete sich die Suche nach dem Ausbildungsplatz anfangs schwieriger. Lisa hatte sich zwar schon einige Gedanken gemacht, war aber noch sehr unentschlossen. Wirklich weiterhelfen konnte ich ihr in diesem Moment auch nicht, war meine Berufsorientierung im Vergleich zu den anderen Mentoren, die mitten im Studium waren, doch schon länger her. Zudem hatte ich mich damals auch kaum mit Ausbildungsplätzen auseinandergesetzt. Daher war für uns klar, wir müssen mit kleinen Schritten beginnen. Während ich mir erst einmal einen Überblick über mögliche Ausbildungsplätze verschaffe, spricht Lisa mit der Berufsberaterin an ihrer Schule. Im nächsten Treffen wollen wir dann erarbeiten, was Lisa Spaß macht und wo ihre Stärken und Talente liegen. Mit den Ergebnissen aus der Recherche und Lisas Potential sollten wir in den kommenden Treffen hoffentlich den einen oder anderen passenden Ausbildungsplatz für sie finden.

Wie wir weiterarbeiten, ob wir einen Ausbildungsplatz finden und was in eine Mentoring-Beziehung sonst noch so passiert, erfahrt ihr hier in vier Wochen.

*Name geändert