Jedes Jahr gibt es eine repräsentative Umfrage zu Chancengleichheit im Auftrag des Stifterverbandes, der SOS-Kinderdörfer und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS). Glauben die 14- bis 21-Jährigen an die Chancengleichheit in Deutschland? Rund die Hälfte (47%) der Befragten glaubt nicht an Chancengleichheit in unserem Bildungssystem. Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Bildungschancen sind für die Jugendlichen die Qualität ihrer Schule und Lehrer, die eigene Motivation und die Unterstützung der Eltern. 49 Prozent glauben, dass der kulturelle Hintergrund der Eltern einen großen Einfluss auf die Bildungschancen der Kinder hat. Diese Erkenntnis hat bei den Jugendlichen sehr verstärkt, denn 2016 sagten nur 31 Prozent, der elterliche Hintergrund beeinflusse die Chancen. 

Besonders wichtig für eine hochwertige Bildung sind laut den Befragten speziell für den Beruf ausgebildete Lehrkräfte. Lehrer sollten daher auch pädagogisch und didaktisch gut ausgebildet sein. Umso schwieriger ist das, wenn Fachexperten aufgrund von Lehrermangel zu Lehrern umgeschult werden. Genauso wichtig wie der Lehrplan sollten es laut der Jugendlichen sein Problemlösungskompetenzen und soziale Kompetenzen zu erlernen sowie Unterstützung beim Lernen zu erhalten.

Vor dem Hintergrund des kürzlich beschlossenen Digitalpakts des Bundes und der Länder findet mehr als die Hälfte der Jugendlichen, dass mit digitalen Medien ausgestattete Klassenräume unwichtig für hochwertige Bildung sind. Viel wichtiger erscheint ihnen lebenslanges Lernen. Die wesentlichen Fähigkeiten werden aus ihrer Sicht dabei Selbstorganisation, Höflichkeit und Toleranz gegenüber anderen, Deutsch- und Fremdsprachenkenntnisse sein.

Dass sich Deutschland auch weltweit dafür einsetzt, dass Bildungssysteme inklusiv, chancengerecht und hochwertig werden, halten 83 Prozent der Befragten  für wichtig. Der Vorstandsvorsitzende der SOS-Kinderdörfer meint, dass die Jugendlichen damit einen wichtigen Auftrag weitergeben. „Die Bildungschancen müssten weltweit verbessert werden, vor allem dort, wo bittere Armut herrscht und Bildung eher marginal stattfindet.