Interview mit Netzwerk-Koordinator & Mentor Florian Bier

Interview mit Netzwerk-Koordinator & Mentor Florian Bier

Fabienne Gropengießer                                                                                                                                                                                                                            05.09.2017

ROCK YOUR LIFE! Berlin e.V., Florian Bier, Interview

Florian ist 26 und hat nach seiner erfolgreichen Ausbildung zum Hotelfachmann nun ein Studium in Betriebswirtschaft begonnen. Mentee Mustafa und er haben sich beim Matching im Juni gesucht und gefunden. Außerdem ist Florian seitdem auch als Vorstand Netzwerk engagiert. Aber wie kam es überhaupt zu seinem Ehrenamt bei ROCK YOUR LIFE! Berlin?

Florian, wie hast du von uns erfahren und warum hast du dich dafür entschieden bei ROCK YOUR LIFE! ehrenamtlich aktiv zu werden?

Ich wollte die Zeit neben dem Studium sowieso sinnvoll nutzen und etwas machen, von dem ich überzeugt bin. Auf euch bin ich dann über einen lustigen Facebook-Post aufmerksam geworden und habe mich gleich weiter über ROCK YOUR LIFE! informiert.

Schön, dass du jetzt an Bord bist!

Wir wollen heute ein bisschen mehr über dich und deinen Werdegang erfahren.
Vor deinem Studium hast du ja zunächst eine Ausbildung gemacht. Wie bist du denn auf den Beruf des Hotelfachmanns gekommen?

Dass ich zu meiner Ausbildung gekommen bin, war mehr oder weniger Fügung. Meine Eltern hatten eine Zeit lang sehr viel mit Hotels zu tun. Mein Vater arbeitet in einem großen Theater, wodurch er alle Hotels dieser Stadt kennt. Ich habe in diesem Rahmen sehr früh sehr eindrucksvolle Menschen kennengelernt und so entwickelte sich schon mit jungen Jahren der Wunsch in mir, in die Hotellerie zu gehen. Mein Vater und ein paar Freunde haben mir dabei geholfen.

Kannst du uns kurz ein paar deiner Aufgaben beschreiben, die du in diesem Beruf inne hattest?

Also ich habe bei einem relativ großen Hotel am Brandenburger Tor gearbeitet. Jedes so große Hotel hat einen Concierge, der sich um die Bedürfnisse und besonderen Wünsche der Gäste kümmert. Das heißt, man besorgt Theaterkarten, kümmert sich um Restaurant-Reservierungen, bucht Flüge oder man organisiert zu den unterschiedlichsten Tageszeiten einen Blumenstrauß für den besonderen Moment. Es war meine Aufgabe das scheinbar Unmögliche möglich zu machen.

Das klingt eigentlich abwechslungsreich. Warum hast du dich nun doch noch für ein Studium entschieden?

Zu studieren war mir schon immer sehr wichtig, auch um mein Abitur zu nutzen. Ich hatte einfach den Drang, noch ein mal ein bisschen über den Tellerrand hinaus zu schauen. Nach meiner Ausbildung habe ich noch zwei Jahre lang in meinem Beruf gearbeitet. Das war eine sehr intensive Zeit, die ich genossen habe und auch nicht missen möchte, aber diese Zeit hat mich in jungen Jahren schon sehr an eine bestimmte Thematik gebunden. Das Studium sollte mir einfach noch mal die Chance geben, solche Sachen wie ROCK YOUR LIFE! zu machen und auch noch mehr Unterricht zu bekommen.

Hast du schon einen Plan, wo es danach für dich hingehen könnte? Oder genießt du jetzt einfach erstmal die Zeit des Studiums?

In den nächsten zwei Jahren möchte ich die Zeit genießen und schauen, was dabei raus kommt. Der grobe Fahrplan für später ist schon, der Hotellerie treu zu bleiben. Ich bin gerne Gastgeber und Dienstleister. Aber ich freue mich auch über jede Erfahrung, die mir auf dem Weg dahin noch begegnet und würde mich deshalb als ziemlich offen beschreiben.

Neben deinem Dasein als Mentor, bist du jetzt auch noch zum Vorstand für unser Netzwerkteam gewählt worden. Wie ist das, zwei Ämter gleichzeitig inne zu haben?

Ich denke in einem halben Jahr kann ich da noch mehr zu sagen. Aber ich glaube, dass mein Engagement für Mustafa weniger Arbeit und viel mehr Spaß ist. Mustafas Familie kennen zu lernen und seine alltäglichen Fragen zu erfahren sind für mich bisher die größte Bereicherung. Die Arbeit als Vorstandsmitglied im Netzwerkteam finde ich insofern spannend, als dass man Nähe zu Unternehmen aufbaut. Die Rückmeldungen waren bis jetzt auch durchaus positiv. Wir arbeiten zum Beispiel gerade an einem Kooperationsvertrag mit einem Berliner Unternehmen. Das ist eine spannende Herausforderung. Aber wir versuchen natürlich auch kleinere Kooperationen wie beispielsweise Betriebsführungen für die Schüler anzubahnen.

Welche Kenntnisse aus deinem Beruf helfen in deinem Ehrenamt bei ROCK YOUR LIFE! weiter?

Der größte Mehrwert für die Unternehmen ist doch der Zugang zu jungen und motivierten Menschen. Ich kann das den Unternehmen aus meiner eigenen Erfahrung heraus vermitteln, da ich weiß, wie es ist, wenn man keine Auszubildenden findet oder wenn zu wenig gute Auszubildende da sind.

Ja, dieses Problem sprechen unserer Partner oft an.

Florian, du bist jetzt erst seit drei Monaten aktiv bei ROCK YOUR LIFE!, aber sicher berichtest du deinem Umfeld schon ab und zu von deinem Ehrenamt. Was sagst du dann?

Ich glaube das ROCK YOUR LIFE! Eine gute Chance bietet, sich mal ein wenig aus seiner Komfortzone heraus zu bewegen und sich auch mal mit Dingen auseinander zu setzen, die einem nicht so geläufig sind. Dabei auch noch integrativ zu wirken, empfinde ich nicht nur als spannend, sondern auch als gesellschaftliche Pflicht für die kommende Zeit. Und das versuche ich auch immer ein bisschen zu kommunizieren, dass derzeit so viel in Deutschland schief zu gehen scheint und dass es aber wichtig ist, ein paar Akzente dagegen zu setzen. Man sollte sich nicht nur auf der Couch über fremde oder ungerechte Dinge aufregen, sondern auch aktiv einen Teil dazu beizutragen, eine bessere Welt zu gestalten. Uns geht es doch eigentlich allen ziemlich gut.

Ein schöneres Schlusswort hätten wir nicht finden können. Vielen lieben Dank dir, für deine Zeit und das nette Interview!

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